Mehr über den Schweizer Wetterradar

Das Schweizer Radarbild wird aus den Radarbildern der drei Wetteradarstationen in la Dôle, auf dem Albis und auf dem Monte Lema zusammengesetzt. Diese Informationen werden von der MeteoSchweiz gesammelt und zu einem Bild verarbeitet. Anschliessend werden die Bilder an die drei Wetterzentralen in Zürich, Genf und Locarno verteilt. In den Wetterzentralen werden die Bilder alle 2.5 Minuten aktualisiert und können auch als Animation eingesehen werden. Sie erlauben es den Meteorologen, sehr genaue kurzfristige Aussagen (1-2 Stunden im Voraus) darüber zu machen, wann die Niederschläge an einem bestimmten Ort beginnen oder wieder aufhören. Darüber hinaus ist es mit diesen Bildern möglich, Gewitterwolkenschichten zu lokalisieren, welche örtliche Windspitzen verursachen können.

Technisch betrachtet arbeitet der Wetteradar gleich wie jeder andere Radar, nur dass er auf das Erkennen der einzelnen Niederschlagsarten (Regen, Hagel, Schnee) optimiert ist.


Wie funktioniert der Wetterradar?

Von einer drehenden Antenne wird ein Signal ausgesandt. Wenn das Signal auf eine Niederschlagszone trifft, wird ein Teil des Signals in Richtung der Antenne reflektiert, welche das Signal ausgesendet hat. Diese Antenne funktioniert gleichzeitig als Empfänger und kann aus der zeitlichen Verzögerung zwischen dem ausgesandten und dem empfangenen Signal die Entfernung der Niederschlagszone berechnen. Die Intensität des reflektierten Signals gibt Rückschlüsse über die Art und Intensität der Niederschlagszone. Es ist somit teilweise möglich, zwischen kaum spürbarem Nieselregen, Regen, Hagel und Schnee zu unterscheiden.
Kennt man in etwa den Durchmesser und die Anzahl der Niederschlagspartikel, so kann man durch Kalibrierung eine Farbtabelle erzeugen, deren Farbe die Intensität der Niederschläge wiedergibt. Wir haben die folgende Farbtabelle gewählt:

Die Bilder des Schweizer Wetterradars haben ein räumliches Auflösungsvermögen von 1 km3. Jeder Radar tastet den umliegenden Raum zwischen dem Horizont und einem 40° Winkel über dem Horizont in zwei engen Bändern ab, wobei jeder Scan 2.5 Minuten dauert. Somit erhält man alle 5 Minuten ein vollständiges Radarbild. Die Wellenlänge beträgt etwa 5 cm. Die durch das Gelände erzeugten Echos werden unterdrückt, um ein besseres Bild der Niederschläge zu erhalten. Wegen der geographischen Struktur der Schweiz sind die Niederschläge z.B. im Zentralwallis oder auch in Graubünden schlechter sichtbar als in weniger gebirgigen Regionen, da die Alpen unseren Radarstationen teilweise die Sicht versperren.